Berufsbiografische Gespräche mit Zeitzeug:innen über die Entwicklung der Fachdidaktik Deutsch

Im Rahmen des von der VW-Stiftung geförderten Opus magnum-Projekts führte Gerhard Rupp (Bochum) im Jahr 2011 elf berufsbiografische, problemorientierte Gespräche mit emeritierten Fachvertreter:innen der Deutschdidaktik — zehn Forschern und einer Forscherin. Die Interviews wurden als Video aufgezeichnet und erstmals im Internet zugänglich gemacht. Rupps Anliegen war es, bedeutende Vertreter:innen der Deutschdidaktik aus den zurückliegenden Jahrzehnten als Zeitzeug:innen zu Wort kommen zu lassen. In den Gesprächen legten die Kolleg:innen, wie Rupp selbst 2013 formulierte, „ihre Sicht des Faches und bestimmter Teildisziplinen“ dar, in denen sie besonders gewirkt haben. Auf diese Weise entstanden einmalige fachhistorische Dokumente, die Lehramtsstudierenden im In- und Ausland einen lebendigen Eindruck von prägenden Persönlichkeiten, Entwicklungen und Fragestellungen der Deutschdidaktik vermitteln.

An dieses grundlegende Projekt schließen Christoph Bräuer (Göttingen) und Iris Winkler (Jena) seit Oktober 2025 an. Sie führen die Interviewreihe fort, um das Wissen weiterer bedeutender Zeitzeug:innen zur Geschichte, Entwicklung und Profilbildung der Deutschdidaktik einzuholen, zu sichern und sichtbar zu machen. Ein besonderes Anliegen der Fortsetzung ist es, nun auch die Perspektiven von Frauen in der Geschichte der Deutschdidaktik angemessen zu Wort kommen zu lassen. Entlang eines weiterentwickelten Interviewleitfadens werden in den Gesprächen zwei übergeordnete Aspekte thematisiert: Berufsbiografien von Deutschdidaktiker:innen im jeweiligen Kontext sowie Kernfragen der Deutschdidaktik als Wissenschaft früher und heute.

Die Interviews dokumentieren für die Deutschdidaktik fachhistorisches Wissen zum Umgang mit wiederkehrenden, aber auch spezifischen Herausforderungen. Dieses Wissen bietet vielfältige Anknüpfungspunkte für deutschdidaktische Forschung, Lehre und Selbstreflexion.