Konzeptpapier AG „Theater_Performance“
Traditionell ist Theater für die Deutschdidaktik als ein Ort der Literaturvermittlung von besonderem Interesse. Das Drama als eine der großen Gattungen spielt im Literaturunterricht seit jeher eine Rolle, ebenso Texte des Kinder- und Jugendtheaters als Teilgebiet der Kinder- und Jugendliteratur. Darüber hinaus sind in den vergangenen Jahren neue bedeutende Aspekte hinzugekommen, die in interdisziplinärer Perspektive für die Deutschdidaktik von großer Relevanz sind. Hierzu zählen beispielsweise Grundfragen einer theatralen Bildung, die Theatralität und Performativität kultureller Praxen, theatralperformative Inszenierungen von Literatur und Literaturbegegnung oder die Berücksichtigung theaterpädagogischer und theaterdidaktischer Konzepte für Bildungsprozesse an Theatern, Schulen und Hochschulen.
Die folgenden Fragen dienen der AG als Ausgangspunkt und Orientierung:
- Wie können künstlerische Formen und Formate im Bereich Theater und Performance und deren Rezeption erforscht und in ihrer Relevanz für die Deutschdidaktik beschrieben werden?
- Welche Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen, Forschungsansätzen sowie zwischen unterschiedlichen Inszenierungsformen (Theater, Schultheater, Performance etc.) gilt es zu beachten?
- Welche besonderen Rezeptionsanforderungen stellen aktuelle Inszenierungsweisen und Aufführungspraktiken und wie können Formate der Kulturvermittlung didaktisch modelliert werden?
- Welche Bedeutung haben theatrale und performative Praxen im Hinblick auf aktuelle Fragen der kulturellen Teilhabe, der transkulturellen Bildung und der Ausrichtung auf Diversität?
- Welchen Beitrag liefern theatral-performative Formate für die diversitätssensible Gestaltung sprachlicher und literarischer Lernprozesse?
- Wie können Kategorien wie Körper, Körperlichkeit und Raum für eine multimodale Sichtweise auf Lernprozesse im Deutschunterricht genutzt werden?
- Wie kann ästhetisches Lernen im Wechselspiel von Sehen und Spielen und als individuelle wie kollektive Produktion und Rezeption von Kunst beschrieben und didaktisch modelliert werden?
- Wie können bisherige dramendidaktische Ansätze aufgegriffen und weiterentwickelt werden?
- Wie lassen sich vorliegende Konzeptionen wie szenisches Spiel und szenische Interpretation mit anderen Konzeptionen des Deutschunterrichts verknüpfen?
- Was sind Ziele, Aufgaben und Inhalte des Deutschunterrichts in Hinsicht auf Texte, Genres und Spielformen des Theaters?
- Wie können theaterdidaktische und theaterpädagogische Konzepte für Aufgaben der Schul- und Lehrer*innenbildung genutzt werden?
Für den Austausch sowie für die Anbahnung von Forschungs- und Lehrkooperationen sind jährliche AG-Tagungen vorgesehen, die den Mitgliedern thematisch strukturierte Foren bieten sollen.