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Vereinsgeschichte
Lesen Sie hier einen historischen Abriss und erfahren Sie weitere Hintergrundinformationen über Symposion Deutschdidaktik.
Vorgeschichte (1960er-Jahre)
Die Deutschdidaktik etablierte sich als eigenständige wissenschaftliche Disziplin in der Mitte der 1960er-Jahre aus neuen Ansätzen im Sprachunterricht, Literaturunterricht und aus der Kritik am Deutschunterricht und der Fachmethodik. Im Laufe der 1970er-Jahre wurde die deutschdidaktische Hochschullehre in Westdeutschland durch Professorenstellen stark ausgebaut, sodass ein Bedarf an fachlicher Verständigung deutlich wurde.
Anfänge im kleinsten Kreis (1974) – Das erste Symposion an der erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen / Nürnberg
Das erste deutschdidaktische Symposium fand im November 1974 auf Einladung von Ernst Nündel und den Mitarbeiter*innen der erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg in Nürnberg statt. Unter dem Titel Curriculum Primärsprache verfolgte die Veranstaltung das Ziel, sowohl den fachlichen Austausch zu fördern als auch zur disziplinären Selbstverständigung der noch jungen Fachdisziplin Deutschdidaktik beizutragen.
Ausgangspunkt bildete die als krisenhaft wahrgenommene Situation des Deutschunterrichts im Kontext bildungspolitischer Reformbestrebungen und curricularer Neuorientierungen. Vor diesem Hintergrund sollte eine systematische Bestandsaufnahme ermöglicht und eine sachorientierte Diskussion unter Expert*innen angestoßen werden. Im Zentrum stand dabei die Darlegung, Klärung und wechselseitige Abgrenzung unterschiedlicher Positionen hinsichtlich der Frage, welche Inhalte und Kompetenzen Gegenstand des Deutschunterrichts sein sollen.
Zu den Teilnehmer*innen zählten u. a. Wolfgang Böttcher, Hans Glinz (Aachen), Theodor Diegritz, Elisabeth Fuchshuber, Ingeborg Sültemeier, Ernst Nündel (Nürnberg), Hans Joachim Grünwaldt (Bremen), Franz Hebel (Darmstadt), Hubert Ivo (Frankfurt a. M.), Detlef C. Kochan (Berlin), Harro Müller-Michaels (Bayreuth), Maria F. Riger (Bielefeld), Werner Schlotthaus (Lüneburg) sowie Bernhard Weißgerber (Wuppertal).
Beiträge und Diskussionen des 1. Symposions sind dokumentiert in: Th. Diegritz u. a. Hrsg. 1975: Perspektiven der Deutschdidaktik. Kronberg i. Ts.
Das zweite Symposion im November 1977 in der Ruhr-Universität Bochum
Zum zweiten Symposium lud Harro Müller-Michaels im November 1977 an die Ruhr-Universität Bochum ein. Während beim ersten Treffen die Zielperspektiven des Deutschunterrichts im Fokus standen, verlagerte sich die Diskussion nun auf dessen inhaltliche Ausgestaltung.
Im Zentrum der Debatten stand insbesondere die disziplinäre Verortung der Deutschdidaktik. Sollte sie primär als angewandte Germanistik verstanden oder als eigenständige wissenschaftliche Disziplin mit spezifischen Fragestellungen behandelt werden? Vorlagen und Zusammenfassungen der Beiträge sind im Jahrbuch der Deutschdidaktik (Königstein i. Ts., 1978) dokumentiert; Protokolle der Diskussionen veröffentlichte Gerhard Rupp zudem in einer gesonderten Broschüre.
Das breite fachliche Interesse an den Verhandlungen führte schließlich dazu, die folgenden Symposien nicht länger auf einen geladenen Teilnehmerkreis zu beschränken, sondern für eine größere Fachöffentlichkeit zu öffnen.
Teilnahmen u. a. Karl-Dieter Bünting (Essen), Wolfgang Eichler (Göttingen), Horst Joachim Frank (Flensburg), Hans Glinz (Aachen), Franz Hebel (Darmstadt), Hermann Helmers (Oldenburg), Wolfgang Herrmann und Hubert Ivo (Frankfurt a. M.), Hans Kügler (Ludwigsburg), Harro Müller-Michaels (Bochum), Ernst Nündel (Aachen/Nürnberg), Werner Schlotthaus (Lüneburg) sowie Gerhart Wolff (Köln).
Öffnung für alle: Das dritte Symposion in Lüneburg 1979
1979 tagte in Lüneburg das 3. Symposium Deutschdidaktik. Mit ca. 70 Teilnehmer*innen wurde es von der gesamten damaligen Deutschdidaktik an Hochschulen wahrgenommen und es kann als eigentlicher Ursprung der heutigen offenen Symposien gelten. Die wichtigsten Beiträge erschienen im Jahrbuch der Deutschdidaktik 1979. Das Symposium verstand sich zugleich als eine fach- und standespolitische Veranstaltung. Es wurden Resolutionen zur Rechtschreibreform, zur Zulassungspraxis von Schulbüchern, zu den Berufsverboten gefasst.
1981 fand das 4. Symposion Deutschdidaktik an der Universität Frankfurt a. M. sowie in der Tagungsstätte Königstein statt. Mit rund 200 Teilnehmer*innen und internationaler Beteiligung war die Veranstaltung deutlich größer angelegt als die vorausgehenden Treffen. Die Arbeit erfolgte in vier Sektionen und stand unter dem Leitthema Deutschunterricht und Geschichte.
Die ausführlichen und kritischen Sektionsberichte erschienen umgehend im Jahrbuch der Deutschdidaktik 1981/82.
1983 folgte das 5. Symposium Deutschdidaktik in Ludwigsburg mit erneut rund 200 Teilnehmer*innen. Die Tagung war in fünf Sektionen gegliedert und stand unter dem bewusst zurückhaltend formulierten Thema Unterricht konkret. In diesem Rahmen wurde auch erstmals öffentlich über die Vereinsgründung diskutiert.
Die Vorträge der Sektionsarbeit wurden in den Bänden 3, 4, 5 der Ludwigsburger Hochschulschriften, hg. v. Jakob Ossner u. a., publiziert.
Organisatorische Probleme am vorgesehenen Tagungsort Klagenfurt verzögerten sowohl die Vereinsgründung als auch die Ausrichtung des 6. Symposium Deutschdidaktik. Stattdessen wurden die geplanten Sektionen auf mehrere Veranstaltungen verteilt: Drei Sektionen darunter die Sektion Sprachdidaktik (Leitung: Dietrich Boueke), Literaturdidaktik (Kaspar H. Spinner) und Mediendidaktik (Jürgen Hein) fanden im Rahmen des Germanistentags 1985 in Bonn statt. Eine weitere Sektion zum Bereich Deutsch als Zweitsprache (Ingelore Oomen-Welke) wurde beim Fremdsprachendidaktikerkongress 1985 in Ludwigsburg durchgeführt. Weitere Sektionen tagten 1986 an der Universität Gießen auf Einladung von Wolfhardt Kluge.
1988 fand das 7. Symposion Deutschdidaktik an der Universität Bielefeld statt, an dem knapp 300 Personen in zwölf Sektionen teilnahmen. Die Tagung stand unter dem Thema Sprachliche und literarische Bildung. Auch dazu sind Sektionsberichte sind im Jahrbuch der Deutschdidaktik 1987/88 dokumentiert.
Mit der gestiegenen Teilnehmer*innenzahl und dem entsprechend höheren Abstimmungsaufwand, organisiert durch einen Ausschuss, an dem neben der gastgebenden Universität auch weitere, bereits in Frankfurt gewählte Kolleg*innen beteiligt waren, stießen die bisherigen Organisationsformen an ihre Grenzen. Vor diesem Hintergrund entstand der Wunsch nach mehr Kontinuität und besseren Austauschmöglichkeiten zwischen den Tagungen, wobei die
für die Deutschdidaktik und den Deutschunterricht wichtige Initiative jedoch nicht in der Vereinsorganisation erstarren sollte.
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Vereinsgeschichte
Lesen Sie hier einen historischen Abriss und erfahren Sie weitere Hintergrundinformationen über Symposion Deutschdidaktik.
Vorgeschichte
Die Deutschdidaktik als wissenschaftliche Disziplin ist Mitte der 1960er-Jahre aus neuen Ansätzen im Sprachunterricht und Literaturunterricht und aus der Kritik an Deutschunterricht und Fachmethodik entstanden. Im Laufe der 1970er-Jahre wurde die deutschdidaktische Hochschullehre in Westdeutschland durch Professorenstellen stark ausgebaut, sodass ein Bedarf an fachlicher Verständigung deutlich wurde.
In kleinstem Kreis
Das erste deutschdidaktische Symposion fand im November 1974 auf Einladung von Ernst Nündel und den Mitarbeiter*innen der erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen / Nürnberg in Nürnberg statt. Unter dem Titel Curriculum Primärsprache sollte in seinen bildungspolitischen Debatten das Wissen der Experten angeboten und gleichzeitig der Selbstfindungsprozess einer jungen Disziplin vorangetrieben werden.
Zum 2. Symposion hatte Harro Müller-Michaels im November 1977 in die Ruhr-Universität Bochum eingeladen. Nachdem auf dem ersten Symposion die Zielproblematik im Mittelpunkt der Diskussionen gestanden hatte, sollte es nunmehr um die Inhalte des Deutschunterrichts gehen. Folgende Kollegen haben teilgenommen: Karl-Dieter Bünting (Essen), Wolfgang Eichler (Göttingen), Horst Joachim Frank (Flensburg), Hans Glinz (Aachen), Franz Hebel (Darmstadt), Hermann Helmers (Oldenburg), Wolfgang Herrmann und Hubert Ivo (Frankfurt a.M.), Hans Kügler (Ludwigsburg), Harro Müller-Michaels (Bochum), Ernst Nündel (Aachen / Nürnberg), Werner Schlotthaus (Lüneburg), Gerhart Wolff (Köln). Eine wichtige Frage war, ob die Fachdidaktik Deutsch eine angewandte Germanistik sei oder eigene Fragestellungen habe. Vorlagen und Zusammenfassungen finden sich in: Jahrbuch der Deutschdidaktik. Königstein i. Ts. 1978. Auszüge der Verhandlungen im Wortlaut wurden von Gerhard Rupp als Broschüre ausgegeben Das breite fachliche Interesse an den Diskussionen hat dazu geführt, das nächste Symposion nicht nur auf Eingeladene zu beschränken, sondern zu öffnen.
Satzung
Hier finden Sie die aktuelle Version der Satzung des Vereins „Symposion Deutschdidaktik Wiesbaden e.V.“ im PDF-Format zum Download
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